























































Roadkill Fotografie – Zufall, und Vergänglichkeit.
Analoge Roadkill Fotografie: Eine stille Begegnung am Straßenrand
Roadkill Fotografie ist eine besondere Form der dokumentarischen Fotografie. Sie zeigt Tiere, die im Straßenverkehr ums Leben gekommen sind – still, unbeachtet, oft übersehen. In meiner analogen Roadkill Fotografie geht es nicht um Provokation, sondern um Achtsamkeit, Vergänglichkeit und den respektvollen Blick auf das, was sonst ignoriert wird.
Der analoge Film verlangsamt den Prozess. Jeder einzelne Auslöser ist bewusst gewählt. Kein Display, keine sofortige Kontrolle – nur Licht, Film und Vertrauen in den Moment. Genau diese Einschränkung macht analoge Fotografie so passend für das Thema Roadkill: ehrlich, roh und nicht wiederholbar.
Fahrradtouren als Teil des fotografischen Prozesses
Viele meiner Roadkill Fotografien entstehen während Fahrradtouren. Das Fahrrad erlaubt ein anderes Tempo als das Auto. Man ist näher an der Umgebung, hört die Geräusche, riecht die Landschaft – und sieht mehr.
Auf diesen Touren gibt es kein festes Ziel. Der Weg selbst ist Teil der Arbeit. Zufällige Landstraßen, abgelegene Radwege und kleine Umwege führen oft zu unerwarteten Begegnungen. Das Fahrrad wird zum Werkzeug der Wahrnehmung und zur Verbindung zwischen Mensch, Landschaft und Motiv.
Der Zufall: Ein gefundenes Tier, eine gefundene Kamera
Zufall spielt in meiner Fotografie eine zentrale Rolle.
Der Zufall, ein Tier am Straßenrand zu finden, lässt sich nicht planen. Es ist ein kurzer Moment, der Respekt verlangt – kein Inszenieren, kein Eingreifen. Nur das Anhalten, das Beobachten und das bewusste Dokumentieren.
Ebenso zufällig war der Beginn meines analogen Arbeitens: eine Kamera vom Flohmarkt. Gebrauchsspuren, unbekannte Geschichte, kein perfektes Werkzeug. Genau diese Kamera wurde zum Ausgangspunkt meiner Roadkill Fotografie. Wie das gefundene Tier trägt auch sie Spuren der Zeit – und genau das macht sie wertvoll.
Warum analoger Film für Roadkill Fotografie?
- begrenzte Anzahl an Aufnahmen – mehr Bewusstsein
- keine nachträgliche Kontrolle – Vertrauen in den Moment
- Körnung und Imperfektion – passend zur Thematik
- entschleunigter Workflow – im Einklang mit Fahrradtouren
Analoge Fotografie zwingt dazu, langsamer zu arbeiten. Sie widerspricht der schnellen, konsumierbaren Bilderflut und gibt dem Motiv Raum. Gerade bei sensiblen Themen wie Roadkill ist diese Haltung entscheidend.
Roadkill Fotografie als stilles Archiv
Meine Arbeiten verstehen sich als visuelles Archiv. Sie dokumentieren nicht nur tote Tiere, sondern auch Landschaften, Straßenränder und menschliche Eingriffe in die Natur. Jedes Bild ist ein Fragment – gefunden, nicht gesucht.
Die Kombination aus Fahrradtour, Zufall, Flohmarktkamera und analogem Film schafft eine Arbeitsweise, die offen bleibt für das Ungeplante. Genau dort entstehen die ehrlichsten Bilder.
Fazit: Zufall zulassen, langsamer sehen
Roadkill Fotografie auf analogem Film ist für mich kein Projekt mit festem Konzept, sondern ein fortlaufender Prozess.
Das Fahrrad als Fortbewegung, der Zufall als Auslöser und die analoge Kamera als Medium formen gemeinsam eine Fotografie, die entschleunigt, beobachtet und respektiert.
Wer langsamer unterwegs ist, sieht mehr.
Wer dem Zufall Raum gibt, findet Bilder, die nicht reproduzierbar sind.
Und wer analog fotografiert, akzeptiert, dass nicht alles kontrollierbar sein muss.

